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Was machen Gärtner eigentlich im Winter?

Für den allgemeinen Gärtner, ob nun männlich oder weiblich (ich meine natürlich immer beide!), ist der Winter die Zeit des Entspannens, des Runterkommens von der stressigen Sommersaison! Endlich kann er die Füße hochlegen, sich gemütlich mit einer Tasse Kräutertee, natürlich aus eigenem Anbau, in den Sessel vor den Kamin lümmeln und wochenlang nur Bücher lesen!

Er kann sich bei der Massage den schmerzenden Rücken wieder richten lassen, der vom langen Jäten auf allen Vieren natürlich noch ganz krumm ist... Vorzugsweise die Gärtnerin kann man nun beim stundenlangen Shoppen erwischen auf der Suche nach neuen schicken Arbeitsschuhen, topmodernen Hosen mit mindestens 4 oder sogar noch mehr Taschen, damit alle Arbeitsutensilien gut aufgehoben immer dabei sind. 

Es wird Ausschau gehalten nach neuen vielversprechenden Samen jeglicher Sorten, denn man muss auch mal was neues ausprobieren.

 

Was der Gärtner doch für ein tolles Leben hat, traumhaft! 

Habt ihr mir das geglaubt? Wenn ja, dann muss ich euch leider enttäuschen, denn die Arbeitszeit des Gärtners endet nicht mit dem Herbst und fängt erst wieder im Frühling an...

 

Denn auch der Winter ist eine sehr arbeitsreiche Zeit, nur eben mehr im Verborgenen.

Die Kühlzellen sind gut gefüllt und das soll natürlich nicht so bleiben! Wir wollen mit unserem leckeren Gemüse die Umgebung bereichern. Also wird eine Vielzahl an Bestellungen abgearbeitet. Unser toller kleiner Dorfladen von Haus Arild wird beliefert, Gemüse geht raus an die Landwegemärkte "Kanal" und "Brink" in Lübeck. Einige Gemüsesorten bereichern das Angebot in den Läden von Fredeburg und Rothenhausen. Unsere Solawistas freuen sich wöchentlich über leckeres Gemüse, welches sie hier direkt vor Ort abholen dürfen! Die Arildküche wird regelmäßig beliefert um Essen für die dortigen Schüler zu kochen.

 

Eine wichtige Aufgabe übernimmt auch die Küche vom Sampohof, welche unser Gemüse zu leckerem Mittagessen für unsere Mitarbeiter mit Assistenzbedarf verarbeitet. Die Küche nimmt auch sogenanntes zweite Wahl Gemüse, welches optisch durchfallen würde, aber trotz alledem geschmacklich auch mithalten kann! Dies bewahrt zum Beispiel so manche krumme Möhre vor dem Gang zum Komposthaufen...

 

Neben dem Aufbereiten vom Gemüse leisten wir noch die Betreuungsarbeit für unsere Mitarbeiter vom Sampohof. Diese werden in die meisten Arbeiten mit einbezogen, je nach ihren persönlichen Fähigkeiten. Es werden zum Beispiel Möhren und Kartoffeln sortiert, Chicoreewurzeln geputzt und in die Treibwannen eingestellt, Zwiebeln geputzt und so weiter.

 

Der Winter ist auch die Zeit, wo die Anbaugeräte und der Trecker gepflegt werden, Reparaturen ausgeführt werden und sämtliche Werkzeuge gereinigt und auf die neue Saison vorbereitet werden. Aufräumarbeiten können nun stattfinden, was oft in der Saison eben nur schnell beiseite gestellt wurde...

Eine wichtige Aufgabe im Winter ist die Planung der Kulturen für die neue Saison. Das restliche Saatgut wird durchsortiert und Mengen erfasst. Gegebenenfalls werden neue Sorten ausgesucht. Unter Beachtung der Fruchtfolge wird die Beetbelegung der verschiedenen Felder und in den Gewächshäusern erarbeitet. Saatgutmenge und Anzahl der Kultursätze wird festgelegt und zuletzt das Saatgut bestellt.

 

Und ehe man sich versieht ist es schon wieder Mitte Februar. Und wisst ihr, was Mitte Februar mein Herz schneller schlagen lässt? Die Sonne scheint schon wieder länger und intensiver und die ersten Aussaaten fangen an! Erst noch ganz zögerlich startet es mit ein paar wärmeliebenden Kulturen, nämlich Auberginen und Paprika! Und im März starten wir Gärtner dann so richtig durch in die neue Gartensaison! Es kribbelt in den Fingern und der Langzeit-Wetterbericht kann unser größter Freund oder Feind werden... je nachdem, wie er sich entwickelt. Denn das Wetter spielt in den kommenden Wochen eine bedeutende Rolle für die bald anstehende Bodenbearbeitung.

Aber dies ist ein ganz anderes Thema :)